HiFi - Stereo Tips

 


In einem normalen Wohnzimmer sind einige Kompromisse bezüglich Raumakustik und guter HiFi-Anlage zu machen. Nicht zu vernachlässigen ist der WAF (woman's acceptance factor).?





 

 

 

 


Lautsprecher


 

Funklautsprecher


 

Wir sind umgeben von WLAN, DECT und Bluetooth - warum nicht die Lautsprecher über Funk ansteuern? Zum Radio hören funktioniert das auch prima - auch zum MP3 hören! Die Funklautsprecher bestehen aus dem Empfänger (Bluetooth WLAN oder Firmenspezifische), dem Verstärker und einem oder sogar zwei Lautsprechern. Zur Kosteneinsparung werden die Verstärker und der Empfänger (und das Netzteil) zusammen in ein Lautsprechergehäuse integriert. Solche Funklautsprecher sind völlig OK. In einem kleinen Raum kann man auch von HiFi sprechen.

Zur Verwendung als Rückseitige Lautsprecher für den Kinosound kommt es auf das Sendeverfahren an! Das liegt an dem Sendeverfahren - bei digitalen Übertragungsstrecken gibt es immer eine Systembedingte Verzögerung im Signal (Delay durch Signalpuffer). So eine Verzögerung kann durch einen normalen AV-Vertärker nicht ausgeglichen werden. Zumal der Ton ja synchron zum Bild sein soll. Das ist besonders ärgerlich, weil gerade die Lautsprecherleitungen zu den hinteren Lautsprechern ja irgendwie durch den ganzen Raum verlegt werden müssen. Mit Bluetooth 4.0 soll die Verzögerungszeit kurz genug sein. Einige Firmen bieten auch WLAN an.

Fazit: Funklautsprecher können durch geeignete Funkübertragung durchaus höchste Klangeigenschaften erreichen. Nicht jedes Sendeverfahren ist geeignet.

  

 



 

Die kleine Alternative


 

Eine Lautsprecherkombination besonders kleiner Lautsprecherboxen kombiniert mit einem Subwoofer habe ich zuerst von Bose gesehen. Ich möchte nicht behaupten, das das Bose erfunden hat - zumindest hat er es aber als erster erfolgreich vermarktet. Ausgehend von der Feststellung, dass Töne unter 200 Hz sehr schlecht zu orten sind, wird auch nur ein Subwoofer für die Stereo-Kanäle benötigt. Die Stereo-Lautsprecher müssen dann nur noch oberhalb von 200 Hz gut und linear übertragen. Das ist dann auch nicht mehr so eine große Herausforderung und gelingt auch schon mit einem, maximal zwei Lautsprechern.

Gute Subwoofer - meist Aktivboxen - haben eine einstellbare Übernamefrequenz unterhalb der Subwoofer arbeitet. Typische Übergangsfrequenzen sind 80 Hz, 120 Hz oder 180 Hz. Wenn die Übergangsfrequenz aber so tief liegt, müssen auch der Stereo-Lautsprecher entsprechend tief hinunter sauber arbeiten. Das bedeutet, dass die kleinen Stereo-Lautsprecher nicht nur den Hochtonbereich abdecken dürfen um einen guten Klang zu haben.

Doch leider ist der satte Bass nicht alles. Was ist, wenn Sie gerne klassische Musik von Bach oder Mozart hören? Oder - noch schlimmer - einfach nur Nachrichten verstehen möchten?

Historische Musikinstrumente - z. B. eine Barock-Orgel - haben eine sehr eingeschränkten Bandbreite. Für Sprache ist nur der Frequenzbereich zwischen 180 Hz und 7 kHz (300 Hz bis 3,4 kHz Telefon) wichtig - Alles andere ist eher störend! Wenn nun in diesem Frequenzbereich die Übergangsfrequenzen der Lautsprecher ungünstig abgestimmt sind, kann man nicht mehr von HiFi sprechen.

Lassen Sie sich nicht von technischen Daten irritieren machen Sie eine Hörprobe mit Ihrer Lieblingsmusik, aber auch mit Sprache (Nachrichtensprecher oder ein Hörbuch). Achten Sie auf gute Sprachverständlichkeit. Suchen Sie auch eine Aufnahme mit einem trocknem Bass. Ein sehr breites Spektrum für die Beurteilung finden Sie bei den Test-CDs von einschlägigen HiFi-Magazinen.



 

Große Lautsprecher oder kleine mit einem Subwoofer?


 

Hier kommt eindeutig die Physik zu Wort: Um einen guten Bass wiederzugeben, benötigt man eine große Lautsprecherfläche. Es muss also nicht zwingend ein großer Lautsprecher sein, mehrere kleine Lautsprecher - wie bei der klassischen Bose-Box - tun es auch. Die müssen sich dann aber völlig gleich verhalten.

Für den Hochtonbereich ist ein möglichst kleiner Lautsprecher gewünscht. Generell sollte die ideale Box sowieso eine punktförmige Quelle sein (atmende Kugel) - hierbei geht es um die Schallabstrahlung in alle Richtungen. Eine gute Hochtonkalotte günstig platziert kann zumindest im vorderen Halbkreis eine gleichmäßige Schallabstrahlung erreichen. In der HighEnd Oberklasse gibt es säulenförmige Lautsprecher von MB, die von der Konstruktion her eine völlig gleichmäßige Rundum-Abstrahlung gewährleisten. Das bedeutet aber auch, daß die Lautsprecher etwa 1m Abstand zur Rückwand einhalten muss. Steht der Lautsprecher direkt an der Wand ist das alles überhaupt nicht mehr nötig, dann muss die Rückwand nur stabil genug sein, um die Schallwellen zu reflektieren.

Das spricht zunächst einmal nur für große Lautsprecher. Im obersten Hifi-Segment wird man dann auch nur sehr große Lautsprecher finden. Leider haben die großen Lautsprecher aber einen sehr kleinen WAF (s.o.)!

Die Reinheit des Klanges wird nur dann erreicht, wenn der Lautsprecher auch das macht, was er machen soll. Das gelingt nur in dem Arbeitsbereich des Lautsprechers (Tiefton, Mittelton, Hochton) an den Übergangsfrequenzen - dem überlappenden Bereich wo beide Lautsprecher aktiv sind, gelingt das nie so gut. Schon nur aus diesem Grund sind wenige Lautsprecher besser als viele. Umgekehrt kann ein Lautsprecher nur in einem kleinen Bereich optimal arbeiten (typisch 3 bis 4 Oktaven).


Zubehör

       

 

                                    

Lautsprecherkabel


 

Lautsprecherkabel geben einen guten Ansatz für Esoterik-Theorien. Natürlich wollen wir mit einem Lautsprecherkabel nicht die Wohnung heizen. Bei der Verwendung von hochwertigen Lautsprecherkabeln geht es um einen bösen physikalischen Effekt, den wir unterdrücken müssen.



Physik (können Sie gerne überspringen): Dynamische Lautsprecher werden durch den Stromfluss in der Spule angetrieben. Wenn der Strom nachlässt, oder gar umgepolt wird, entsteht eine Gegenspannung (EMK), die dem Signalfluss entgegenwirkt. Diese EMK muss möglichst gut unterdrückt werden. Die Unterdrückung ist proportional zum Innenwiderstand des Lautsprechers im Verhältnis zum Innenwiderstand des Verstärkers. Dieses Verhältnis sollte größer als 30 sein. Wenn nun zu dem Innenwiderstand des Verstärkern noch der Widerstand der Lautsprecherleitung hinzu kommt, verschlechtert sich das Verhältnis deutlich. Bei einem kurzen Kabel (2m) mag das noch gehen, bei 20m ist der Leitungswiderstand schon 10 mal so groß (Hin- und Rückweg).



Um den Leitungswiderstand also möglichst klein zu halten, müssen Sie den Leitungswiderstand klein halten, indem Sie ein möglichst dickes Kabel verwenden. Dummerweise ist es in der Physik immer so: Wenn Sie ein kurzes Kabel benötigen ist die Qualität nicht so wichtig, aber wenn Sie ein langes Kabel benötigen müssen Sie die richtig guten (professionellen) Kabel verwenden. Für die rückwärtigen Lautsprecher bei Surround Sound sollten Sie von vornherein 2 x 4mm2 einplanen.

 



 

 

 

 

Kinoton


 

HiFi-Stereo contra Moviesound


 

Unterschiedliche Anlagen für den absoluten Musikgenuss und einem guten Kinoton - wo ist der Unterschied? Wie schon beschrieben können Sie nur mit guten Lautsprechern einen guten Klang erreichen. Vergessen Sie aber nicht, daß bei lauten Stellen auch der Verstärker genügend Leistung liefern muss. In guten Datenblättern wird zu den Lautsprechern eine optimale Verstärkerleistung empfohlen. Die best mögliche Anpassung habe Sie bei aktiven Lautsprecherboxen. Dann benötigen Sie nur noch einen Vorverstärker oder Mischpult. Das ist vom Klang her sicherlich eine tolle Sache - von der Bedienungsfreundlichkeit nicht.

Aber die Frage war: wo sind die Unterschiede? Für den guten Musikgenuss benötigen Sie eine gute Impulswidergabe - also einen trockenen Bass - und kristallklare Höhen. Die extrem tiefen Frequenzen sind eher unerwünscht (vielleicht kennen Sie noch das Rumpelfilter für Plattenspieler-Widergabe).

Beim guten Kinosound kündigen gerade diese tieffrequenten Vibrationen die kommende Gefahr an - meist auch noch von hinten. Dieser Grusel ist erwünscht - egal ob beim „Hobbit“ oder beim Raumschiff von „Krieg der Sterne“ (Im All ist nur sehr wenig Atmosphäre und damit auch praktisch keinerlei Schall möglich - das macht aber nichts). Kristallklare Triangel Töne oder seidige Harfenklänge sind im Kinosound eher selten. Nur was gesprochen wird sollte man bei einigen Filmen schon verstehen. Filme werden heutzutage generell im Surround 5.1 oder 7.1 Verfahren verarbeitet. Das heißt 5 Lautsprecherkanäle (links-vorn, rechts-vorn, mitte-vorn -Center- links-hinten, rechts-hinten und ein Subwooferkanal bzw. noch zwei zusätzliche Lautsprecherkanäle für die Seiten.

Der Subwoofer ist ausschließlich für die ganz tiefen Töne zuständig. Der linke und rechte Lautsprecher übernehmen den normalen Stereoton und die hinteren beiden Lautsprecher ausschließlich die hinteren Effektkanäle. Musik ist selten in Souround abgemischt - zumindest nicht auf CD oder mp3. Da also auf den hinteren Lautsprecher meist nur Geräusche wiedergegeben werden, sind dort gute Bässe und Mitten vor allem gefragt. Und die Sprache ist üblicherweise immer - bis auf ganz seltene Stereoeffekte - im Mittenkanal (Center) abgemischt. Für gute Sprachverständlichkeit ist ein starker Bass nur schädlich. Für eine gute Sprachwiedergabe ist ein Frequenzbereich von 180 Hz bis 7kHz völlig ausreichend. Damit genügt für den Centerlautsprecher ein einzelner Mittelton-Lautsprecher.

Warum der „Tatort“ so einen schlechten Ton hat!

Der Tatort hat gar nicht so einen schlechten Ton - und unser Gehör ist auch nicht schuld! Der Tatort - wie alle Filme - wird in Surround abgemischt. Das bedeutet, daß über den normalen Fernsehlautsprecher links der linke Musikton, der hintere linke Effektton und der halbe Center-Sprachkanal wiedergegeben wird (über den rechten Kanal entsprechend). Im ungünstigsten Fall sind dann auf dem linken Lautsprecher ein Musiksignal, ein Effektsignal und nur ein halbes Sprachsignal!

Da ist ja wohl klar, dass die Sprache (wohl das wichtigste Element beim Krimi) nur sehr schlecht zu verstehen ist. Der einzige Ausweg ist eine Sourroundanlage mit gutem Center-Lautsprecherbox.

Mein - persönliches - Fazit:

Wenn Sie also ein moderner Mensch sind, eine gute MP3-Sammlung haben und noch alte CDs, vielleicht auch mal Internetradio hören oder von YouTube einige Songs hören möchten, kann ich nur einen Netzwerk-Receiver / AV-Receiver (Multikanalverstärker mit HDMI-Eingängen, USB-Anschluss, LAN bzw. WLAN-Anschluss und Toslink-Eingang) empfehlen. Wählen Sie die Verstärkerleistung nicht zu klein. Bei 5 oder 7 Verstärkermodulen ist die Summe beängstigend hoch, jedoch bleibt den beiden Stereo Lautsprecher dann doch nicht so viel. Fünf mal 75W ist noch eine minimale Leistung.

Damit ist ein guter Stereosound und eine guter Kinoton möglich!


 

 


 

Anlage



 

Was soll ich kaufen - eine Anlage mit Einzelkomponenten oder eine Kompaktanlage?


 

Preislich und vom Platzbedarf ist eine Kompaktanlage fast immer günstiger. Wenn die Kompaktanlage genügend Erweiterungsmöglichkeiten bietet, ist dagegen auch überhaupt nichts einzuwenden. Das Argument, daß wenn einmal eine Komponente ausfällt, dann der Rest der Einzelkomponenten immer noch verwendbar ist, ist heutzutage kein wichtiges Argument mehr. Durch die schnelllebige Kommunikationstechnik ist eine HiFi-Anlage keine sichere Geldanlage mehr. Der goldene Mittelweg wird - wie meistens - für die meisten Anwender einen guten Kompromiss bringen.

Ein Receiver (Tuner und Verstärker) mit USB-, Optischen- (Toslink) und HDMI-Eingängen ist auch für die nächsten Jahre als zentrales Gerät gut geeignet.

Von einer Kompaktanlage mit integrierten Kassettenrecorder und CD-Spieler würde ich inzwischen abraten. Abgesehen davon, daß inzwischen Musik hauptsächlich aus dem Internet abgespielt wird, ist ein Internetradio und eine Netzwerkverbindung (über Netzwerkkabel oder WLAN) viel wichtiger. Sogar die Kombination mit einem DVD-Player ist nicht mehr Zeitgemäß, da Blue-Ray-Spieler auch schon „OUT“ sind! Ja - sogar das alte FM-Radio ist vor dem Abschalten. Ersetzt wird es durch den neuen digitalen Standard DAB+ (Digital Audio Broadcasting).

Wenn Sie also immer auf dem neuesten Stand bleiben wollen, kommen Sie an einer Anlage mit Einzelkomponenten nur schwerlich vorbei. Aber vielleicht muss es auch gar nicht Alles sein. Wenn sie z.B. einen Cromecast-Stick haben, benötigen Sie vermutlich nicht mehr all zu viele externe Komponenten. Durch die Netzwerktechnologie werden die klassischen Tonträger nicht mehr benötigt. Internet, Netzwerkspeicher und ein PC zum digitalisieren (umwandeln / einlesen).




 

 



Meine Präferenz



 

Wozu ich mich entschlossen habe:


 

Ich persönlich habe nur einen „Maranz NR1504“ AV-Receiver mit den Lautsprechern „Ultima 40 MK2“ von Teufel. der Verstärker sollte nicht so groß sein (WAF) und das bessere Modell NR8004 hat mir mit dem kleinen Display nicht gefallen. Tatsächlich ist die Verstärkerleistung zu klein für die Lautsprecherboxen - die 85W pro Kanal sind ja nur Musikleistung - umgekehrt gibt es in einer Mietwohnung auch Argumente für kleinere Abhörlautstärken.

Teufel ist übrigens eine der wenigen Firmen, die zu Ihren Lautsprechern die optimale Raumgröße angeben. Wenn Sie ein winziges Zimmer haben, macht es keinen Sinn da riesige Boxen hinein zu stellen. Umgekehrt werden Sie ein wirklich großes Wohnzimmer nicht mit Minilautsprechern füllen können. ( Natürlich können Sie Musik direkt vom Smartphone auch in einem Raum mit 40m2 hören - das hat aber nichts mit HiFi zu tun.)

Mit den Lautsprechern von Teufel bin ich sehr zufrieden, zumal das Preis-Leistungsverhältnis schon immer sehr gut war. Durch das Direkt-Vertriebskonzept von Teufel wird Ihnen aber kein Händler Teufel empfehlen.

Generell würde ich schon zu einem Markengerät raten. Aber Vorsicht vor den klassischen Deutschen Namen: Die Firmen „Dual, Saba, Grundig, Telefunken und AEG“ gibt es nicht mehr. Die Markennamen gehören irgendwelchen Billiganbietern.



 

 

Psychoakustik



 

Worauf Sie achten sollten:


 

- Verzerrungen werden in keinem Datenblatt für Lautsprecher angegeben. Aber das sind ja genau die Störungen, die den reinen Klang verfälschen.

- Bewerten Sie den Frequenzbereich nicht zu hoch! Oberhalb von 12 kHz spielt sich musikalisch nichts mehr ab. Selbst Karajan hat mit 60 Jahren keine 16 kHz mehr gehört! Viel wichtiger ist der schon erwähnte Bereich in den Mitten.

- Bass ist nicht Alles - wenn aus einen einzelnen Paukenschlag ein wummerndes gewabert wird, ist das eine Verschlechterung. Ein trockener Bass muss auch ein trockener Bass bleiben.

- Eine schlechte Raumakustik kann man nur zum Teil ausgleichen. Mit einem normalen Klangregler bestimmt nicht.

- Ein Multiband-Equalizer hat „multi - 1“ Übergangsfrequenzen, an denen mindestens die Phase gedreht wird. Selbst wenn wir Menschen die Phasenlage direkt nicht wahrnehmen können, entstehen durch Phasendrehung sekundäre Effekte, die dann hörbar werden können.

- Mit Büchern, Bildern und einer Stoffcouch können Sie die Raumakustik deutlich verbessern. Den wichtigsten Effekt hat jedoch eine professionelle Akustikdecken-Abhängung.

- HiFI hat ganz viel mit Physik und nichts mit Esoterik zu tun! Leider werden Sie in Foren und von Freunden mit viel Halbwissen und falschen Lösungsansätzen verunsichert.